Ausgangslage
Die Silvretta Winterhütte ist in einem schlechten Zustand. Der Vorstand hat sich dazu entschlossen die Hütte zu renovieren.
- Die Fenster und Türen sind undicht, teilweise verfault und nur mit einer Einfachverglasung ausgestattet
- Die Mauern sind feucht und der bestehende Putz ist an vielen Stellen nicht mehr vorhanden
- Die Fenstereinfassungen sind teilweise morsch
- Der Kamin und die Kochstellen sind teilweise durchgerostet
- Die Sanitäre Anlage entspricht nicht mehr dem heutigen Standard. (Plumsklo).
Darüber hinaus sind energetische Massnahmen am Haupthaus und bauliche Anpassungen am Eselstall notwendig.







Zielsetzung
Winterhütte
Das Ziel ist es, die Winterhütte im Jahre 2026 zu sanieren und die Kochmöglichkeiten zu erneuern sowie eine Trockentoiletten einzurichten, um den Bedürfnissen der zahlreichen Skitourengänger im Winter gerecht zu werden. Zusätzlich soll im Sommer der Nachfrage nach kleineren Zimmern entsprochen werden, indem drei Vierbettzimmer als Erweiterung des Haupthauses (Gesamtbettzahl bleibt gleich) angeboten werden können. Auf den Erhalt des urtümlichen Charakters wird dabei, da es sich um ein schützenswertes Gebäude handelt (Denkmalpflege Graubünden), geachtet.
Haupthaus Silvretta
Im Sommer muss ein wesentlicher Teil des Warmwassers durch Gas erzeugt werden, da der in der Fassade integrierte thermische Kollektor im Sommer zu wenig Warmwasser liefert. Daher wird eine Erweiterung der PV -Anlage auf dem Süddach installiert. Gleichzeitig werden weitere energetische Massnahmen vorgenommen: Mittels Sand- und UV-Filter soll das Wasser zu amtlich zugelassenem Trinkwasser aufbereitet werden. Damit reduzieren sich die Anzahl Helikopterflüge um jährlich 4 Flüge. Eine grössere Turbine wird installiert, um die Wasserkraft besser nutzen zu können.
Zudem ergänzen leichte Sanierungsmassnahmen, wie Wände neu streichen sowie neue Bodenbeläge in den Zimmern die Bauarbeiten.
Eselstall
Das zweigeschossige Gebäude mit zwei separaten Eingängen wird «munggensicher» gemacht, damit dieses weiterhin als Lagerraum genutzt werden kann
Mittelbedarf und - Herkunft
Stand Vorprojekt September 2024
Beträge in CHF | Winterhütte und Eselstall | Haupthaus | Total |
---|---|---|---|
Baukosten | 600'000 | 100'000 | 700'000 |
Mittelherkunft | |||
Hüttenfonds SAC Schweiz (30%) | 180'000 | 30'000 | 210'000 |
Subventionen | tbd | tbd | tbd |
Eigenmittel Sektion/Fonds Silvrettahütte | 220'000 | 50'000 | 270'000 |
Spenden/ Sponsoring/ Eingeleistungen | 200'000 | 20'000 | 220'000 |
Zeitlicher Ablauf
Zeitpunkt | Vorhaben | Ziel | Status |
---|---|---|---|
11/23 - 04/24 | Machbarkeitsstudie inkl. Bedarfsanalyse | Machbarkeit ist gegeben, Planung ist vorhanden | erledigt |
22.05.24 | Start Detailplanung vor Ort mit Spezialisten/ Architektin | Klärung der Details mit Baumeister/ Bauphysiker | erledigt |
27.05.24 | Sitzung Hüttenkommission ZV | Genehmigung der Bedarfsanalyse und der Machbarkeitsstudie | erledigt |
07/24 | Einreichung Vorprojekt z.H. Hüttenkommission ZV | Fristgerechte Einreichung | erledigt |
09/24 | Sitzung Hütttenkommission ZV | Abnahme Vorprojekt | erledigt |
07.11.24 | a.o. HV Sektion St.Gallen, Vorstellung Projekt und Abstimmung | Clubmitglieder stimmen dem Bauprojekt zu | erledigt |
08.11.2024 | Eingabe Baugesuch beim Kanton | Erhalt Baubewilligung | offen |
Frühjahr 25 | Start Mittelbeschaffung | Erfolgreiche Mittelbeschaffung | offen |
14.07.25 | Sitzung Hüttenkommission ZV | Eingabe z.H. Präsidenentenkonferenz | offen |
11/25 | Präsidentenkonferenz | Zustimmung Präsidentenkonferenz | offen |
2026 | Umbau | Umbau ist Ende 2026 abgeschlossen | offen |
Projektorganisation
- Elsbeth Betschon, Präsidentin Baukommission
- Meinrad Müller, Hüttenobmann
- Bruno Weder (bis Ende 2024)/ Fabienne Kaufmann ab 2025) Finanzen
- Marco Brot, Hüttenwart Silvretta
- Detlef Horisberger, Fachbereich Architektur, ZV
- Petra Waldburger, Fachmitarbeiterin Hüttenbau, ZV
- Sutter Schaub Architekten, Davos
Madlaina Sutter, MSc ETH Arch und Sabine Bohren- Schaub, MSc ETH Arch - Unter Einbezug von Maja Widmer, Denkmalpflege Graubünden
Geschichtliches
Durch die 1865 eröffnete Silvrettahütte des Schweizer Alpenclubs (SAC), eine der ältesten Schutzhütten der Ostalpen und die erste SAC-Hütte in Graubünden, gehörte die Silvretta im Schutzhüttenwesen zu den absoluten Pionierregionen. Es war für das Montafon, das Paznaun, das Prättigau und das Unterengadin, also für jene vier Täler aus dem österreichisch-schweizerischen Grenzgebiet mit einem Anteil an der Silvretta, von einer Bedeutung, die weit über das Bergsteigen im engeren Sinne hinausging. Diese Täler waren zu jener Zeit grösstenteils abgeschiedene Regionen, in denen es vielfach saisonale Abwanderung gab und in die sich kaum Fremde verirrten. Der sich verbreitende Alpinismus und der ebenfalls aufkommende Tourismus trugen wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der vier Talschaften bei. Durch die Silvrettahütte verkürzte sich der Weg zum Gletscher von vier Stunden (von Klosters) auf 15 min für die Alpinisten.

Der erste Bau musste bereits im Jahr 1891 aufgrund seines schlechten Erhaltungszustandes durch einen Neubau ersetzt werden. Die Hütte wurde nicht wie der seit den späten 1880er Jahren etablierte Typus in Holzbauweise mit vorfabrizierten Elementen gebaut, sondern als Steinbau mit zwei Geschossen, einem rechteckigen Grundriss und einem leicht geneigten Satteldach. Dadurch hebt sich die Hütte von den Holzbauten um 1900 ab und ist eine Besonderheit. Die Silvretta Winterhütte gehört damit zu den wenigen noch existierenden Beispielen aus der Zeit vor 1900, die die zweite Entwicklungsphase des Hüttenbaus repräsentieren und gilt heute als schutzwürdig (Denkmalpflege Graubünden).
Der SAC Sektion St.Gallen übernahm 1910 die Silvrettahütte (heutige Winterhütte) und das Silvrettaheim (heutiges Haupthaus) von der Sektion Prättigau.
Bild: Silvrettahütte 1910, Staatsarchiv St. Gallen. Textquelle: Brugger Andreas 2013. Die Geschichte des Alpinismus in der Silvretta.
Projektfortschritt
Der Inhalt dieser Seite wird, dem Projektfortschritt entsprechend, periodisch angepasst. Letztmals geschah dies im Dezember 2024. Fragen zum Projekt können an die Präsidentin der Baukommission, Elsbeth Betschon, gestellt werden.